Ein Tag am Pulvermaar – Ein Maar ohne Wasser und ein Vulkan ohne Lava

Spannende und lustige Kurzwanderung am Pulvermaar in der Vulkaneifel. Das Pulvermaar lebt und erzählt seine eigene Geschichte.

Lebendige Geschichte am Pulvermaar

Das Pulvermaar bei Gillenfeld in der Vulkaneifel gehört zu den schönsten Ferienzielen und ausflugstipps in der Vulkaneifel.
Das Pulvermaar bei Gillenfeld in der Vulkaneifel gehört zu den schönsten Ferienzielen und Ausflugstipps in der Vulkaneifel.

Ich bin schon öfters mit meiner Familie ans Pulvermaar gefahren. Zum einen wegen der unbeschreiblich schönen Natur. Der andere Grund war das Pulvermaar selbst, bzw. das Naturfreibad am Pulvermaar. Das Pulvermaar hat eine faszinierende Geschichte und war in „neuerer“ Zeit auch Ziel moderner Geschichte(n).

Das Pulvermaar hat jedoch weitaus mehr zu bieten als schöne Wege und ein Schwimmbad. Um mehr übers Pulvermaar und seine Geschichte zu erfahren, habe ich mich an einem Samstag mit Herbert Peck getroffen, der als Dauergast im Feriendorf Pulvermaar lebt und mit vielen schönen Bildern und Wanderrouten auf die Schönheit der Region aufmerksam macht.

Jeden Samstag führt Dr. Fetten, Inhaber des Feriendorf Pulvermaar, interessierte Besucher der Region auf eine Zeitreise ums Pulvermaar herum. Und genau diese Kurzwanderung wollte ich unbedingt selbst erleben, denn die Bilder via Twitter und Facebook machen Lust auf mehr.

Wo bitte ist hier ein Maar?

Blaue Hinweistafel bedeutet Informationen zur Maar-Erlebnis-Route
Blaue Hinweistafel bedeutet Informationen zur Maar-Erlebnis-Route
Das Winkeler Maar liegt direkt neben dem Pulvermaar und ist ca. 40.000 Jahre alt. Heute wird es landwirtschaftlich genutzt.
Das Winkeler Maar liegt direkt neben dem Pulvermaar und ist ca. 40.000 Jahre alt. Heute wird es landwirtschaftlich genutzt.

Am Treffpunkt begrüßte uns Dr. Fetten und erläuterte kurz, was wir zu erwarten hätten. Dann gings auch schon los. Erster Punkt war das Winkeler Maar. Maar? Ich schaute mich um, konnte aber weit und breit kein Maar entdecken. Maare sind für mich mit Wasser gefüllte Kraterseen. Aber da war KEIN Wasser. Nur eine Senke…. sollte das etwa das Maar sein? Ein Blick auf die blaue Hinweistafel verwirrte von weitem noch mehr. Da stand: Ein Traktor im Maar!

Solche runden Senken gibt es viele in der Vulkaneifel, erklärte Dr. Fetten. Das sind schon richtige Maare, aber sehr alt und mit den Jahren verlandet. Mit den Jahren bedeutet: ca. 40.000 Jahre. Erste Bauern siedelten auch nicht am Boden der Senke, sondern oberhalb, so etwa mittig vom Kraterwall. Ein Indiz für damals vorhandenes Wasser. Insgesamt gibt es 70 solcher verlandeten Maare in der Vulkaneifel. Heute sind diese trockenen Maare die Felder, auf denen Getreide und andere Rohstoffe wachsen.

Rote Hinweistafeln weisen auf die Deutsche Vulkanstraße hin.
Rote Hinweistafeln weisen auf die Deutsche Vulkanstraße hin.

Die deutsche Vulkanstraße

Nach diesem kleinen Exkurs in die Geschichte der Vulkaneifel ging es dann runter zum Pulvermaar. Der Weg ist auch mit Kinderwagen und kleinen Hilfestellungen gangbar. Unser Weg runter führte uns dann auch an dem schon erwähnten Freibad vorbei direkt zur nächsten Hinweistafel. Die allerdings war rot. Rote Hinweistafeln stehen entlang der Deuten Vulkanstraße. Blaue Hinweistafeln, wie die oben am Winkeler Maar, sind entlang der Maar-Erlebnis-Route zu finden erklärte Dr. Vettel. Und schon gabs den nächsten Schock.

Am Pulvermaar gibt es keine Lava!???

Moment… das ist aber doch ein Vulkan. Warum gibt es da keine Lava? Unser Gästeführer bot uns an nach entsprechendem Gestein zu suchen. Mit dem Blick nach unten gerichtet ging es dann weiter, immer am Ufer des Pulvermaares, ein Stück der Deutschen Vulkanstraße entlang. Keine Lava am Vulkan, das kann ja eigentlich nur ein Scherz sein. Vulkan bedeutet für mich Lava. Ende, aus, basta! Erst ein Maar, das kein Wasser hat, dann ein Vulkan der keine Lava hat. Irgendwie fühlte ich mich leicht veräppelt.

Auf der Suche nach Steinen und vulkanischer Geschichte. Foto: Herbert Peck
Auf der Suche nach Steinen und vulkanischer Geschichte. Foto: Herbert Peck

Endlich kommt Licht ins Dunkle – oder auch in die Geschichte des Pulvermaars

Während wir lachend weiterzogen, bückte sich Dr. Fetten hin und wieder und hob etwas auf. Ein Stück weiter bogen wir in einen Weg direkt am Pulvermaar ein und hielten an. Jetzt wurde es wirklich spannend. Das Pulvermaar ist noch gar nicht so alt. Vor ca. 12.000 Jahren entstand hier durch ca. 200 Wasserdampfexplosionen der Krater des heutigen Pulvermaares.
Zu Beginn glich der Kraterrand eher einer Mondlandschaft. Erst mit der Zeit siedelten sich hier Pflanzen an. Auch war zuerst noch kein Wasser vorhanden. Aha nun war auch das Rätsel um den lavalosen Vulkan geklärt. Oder doch nicht so ganz…?

Und plötzlich macht es BUMM!

„Ihr müsst Euch mal vorstellen, was die damaligen Bewohner der Region zu dieser Knallerei gesagt haben. Damals gab es ja noch keinen Lärm so wie heute. Nur die Vögel, den Wind und andere Tiere der Region.“so Dr. Fetten.

Von der Seite hatte ich das noch nie betrachtet.
Auch war die Vulkaneifel vor 40.000 Jahren nicht so hügelig wie heute. Es war eine flache Ebene, die sich erst durch die Eruptionen der Vulkane in die heutige Landschaft verwandelte. Zurück zum Pulvermaar. Durch die Wasserdampfexplosionen wurde das flüssige Gestein in die Luft geschleudert und lagerte sich an den Kraterhängen ab. Wer einmal den Rundgang ums Pulvermaar geht, sieht an vielen Stellen die Überreste von damals.

Übrigens, wer nach der Wanderung ums Pulvermaar noch Zeit hat, sollte sich nach Wallenborn begeben. Dort ist noch aktiver Vulkanismus zu sehen. Der Brubbel, ein Kaltwasser-Geysir, ist nach wie vor aktiv. Rund um Wallenborn gibt es einen ca. 3,5km langen Wanderweg, der von einer Quelle zur anderen führt.

Zeugnisse der vergangenen Vulkaneaktivitäten in der Eifel.
Zeugnisse der vergangenen Vulkanaktivitäten in der Eifel.

Schieferstück am Pulvermaar in der VulkaneifelDr. Fetten zeigte uns nun auch seine gesammelten Schätze. Ein verrostetes Schieferstück und ein paar Steinkügelchen. Aber das, was er dazu erklärte war wirklich spannend. Denn in den Steinkügelchen (wohlbemerkt in größeren) könnte noch Schiefer zu finden sein. Wir erinnern uns. Das flüssige Gestein wurde durch die Eruptionen in die Luft geschleudert. Aber zwischen der Kammer und der Erdoberfläche ist noch etwas anderes, das beide Teile voneinander trennt. Nämlich Schiefer, der in Rheinland-Pfalz überall zu finden ist. Wurde der Druck also im Erdinneren zu hoch, platzte die Erde auf. Mit der Wucht wurde neben dem flüssigen Gestein eben auch Schiefer mit in die Luft geschleudert. Der wiederum wurde von dem zerstäubten flüssigen Gestein umhüllt.Tuffstein am Pulvermaar
Könnt ihr Euch eigentlich vorstellen, warum die Baumgrenze am Pulvermaar höher liegt als der Wasserspiegel? Bei einem früheren Besuch am Pulvermaar hab ich schon darüber berichtet.
Leider ging die Zeit viel zu schnell vorbei und wir mussten den Rückweg antreten. Den Krater wieder hinauf. Und ja, es ist auch für ungeübte Wanderer möglich. Ich habs für euch persönlich getestet 😀

Das Pulvermaar und seine Vegetation in der Vulkaneifel
Das Pulvermaar und seine Vegetation in der Vulkaneifel

Oben angekommen entschädigte mich der Blick hinunter für alle Flüche, die ich auf dem Weg nach oben vor mich hingemurmelt habe. Und ich weiß, dass ich hier nicht das letzte Mal hingefahren bin. Gibt es eigentlich die Sportart Spazwandern? Wenn ja, habe ich die an diesem schönen Pfingstwochenende für mich entdeckt. Probiert es selbst aus.

Blogparade: Macht Wandern Glücklich?

Natur pur am Pulvermaar
Natur pur am Pulvermaar

Gerade fiel mir der Aufruf zur Blogparade vom Wellness-Bummler ein, der da doch fragte: Macht Wandern glücklich?
Ich beantworte die Frage mit einem Eindeutigen JA!
Es macht wirklich glücklich ein Ziel vor Augen zu haben, mit einer Gruppe zu wandern und viel von der Umgebung in sich aufzunehmen. Ich fotografiere dann jede schöne Blume, jedes Kraut, Lichtspiele und andere, für mich, schöne Dinge. Das kann dann auch schon mal ein krabbelndes Insekt sein oder auch eine Spinne in ihrem kunstvollen Netz. (Ich habe Angst vor Spinnen). Ich liebe es, während einer Wanderung etwas über die Region und deren Geschichte zu lernen.

Jungbullen auf der schönsten Weide in der Vulkaneifel. Ich habe mich auf den ersten Blick verliebt.
Jungbullen auf der schönsten Weide in der Vulkaneifel. Ich habe mich auf den ersten Blick verliebt.

 

Meine Erkenntnis zum Wandern!

Man muss keinen Wandermarathon mitmachen, um solche Momente für sich zu entdecken und zu genießen. Das eigene Tempo ist dabei wichtig. Nicht schauen, wo die anderen schon sind. Es ist auch nicht wichtig WANN man ankommt, sondern DAS man ankommt.

Impressionen vom Pulvermaar

Impressionen vom Rundweg ums Pulvermaar
Impressionen vom Rundweg ums Pulvermaar
Der Wasserstand im Pulvermaar steift wieder langsam,
Der Wasserstand im Pulvermaar steigt wieder langsam,
Das Wasserwerk am Pulvermaar versorgte früher die Region um Daun herum.
Das Wasserwerk am Pulvermaar versorgte früher die Region um Daun herum.

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Wunderschöne Wanderwege laden zu einem ausgedehnten Spaziergang rund um das Pulvermaar bei Gillenfeld ein.
Wunderschöne Wanderwege laden zu einem ausgedehnten Spaziergang rund um das Pulvermaar bei Gillenfeld ein.
Das Pulvermaar bei Gillenfeld in der Vulkaneifel gehört zu den schönsten Ferienzielen und ausflugstipps in der Vulkaneifel.
Das Pulvermaar bei Gillenfeld in der Vulkaneifel gehört zu den schönsten Ferienzielen und Ausflugstipps in der Vulkaneifel.

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Das Naturfreibad Pulvermaar zählt zu den schönsten Freibädern in der Region Vulkaneifel.
Das Naturfreibad Pulvermaar im Sommer eine kühlende Erfrischung an heißen Tagen.

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An dieser Stelle möchte ich mich bei Herbert Peck und Dr. Fetten für den wunderschönen Tag und die geführte Wanderung am Pulvermaar bedanken. Ich komme wieder 😀

Lesetipp für mehr Informationen: „Das Pulvermaar erzählt seine Geschichte.“ von Herbert Peck.

 

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